Wie alles begann

Im April des Jahres Jahr 1994 starteten wir als klassisches PrePress-Studio. Tag für Tag belichteten wir Offsetfilme für unsere Kunden, produzierten analoge Chromaline in großen Mengen und fertigten digitale Proofs mit unserem IRIS-Proof-System.

Damals waren auch noch Scans von bestehenden Fotos gefragt. Ein Service, den sich jüngere Leser nicht mehr vorstellen können ;-).

Bedingt durch unsere Erfahrung und Marktkenntnis entwickelte sich unser Unternehmen gut und wir beschickten drei Trommelbelichter parallel mit Daten. Tag für Tag und Nacht für Nacht produzierten wir Offsetfilme in so großen Mengen, dass wir bei unserem Filmlieferanten als VIP-Kunde geführt wurden.

Sehr frühzeitig erkannten wir, dass dieses Geschäftsmodell endlich sein würde. Die Direktbelichtung von Druckplatten stand sprungbereit in den Startlöchern und entwickelte sich mit atemberaubender Geschwindigkeit. Und da wir nicht in einem aussterbenden Markt tätig sein wollten, überlegten wir 1996 intensiv, wie unser Unternehmen wohl nach der Ära der Offsetfilme aussehen würde.

In Anbetracht unserer bestehenden Kundenbeziehungen und unseres Knowhows standen zwei Optionen zur Wahl: Entweder wir erweitern unseren Service auf die Direkt-Belichtung von Druckplatten oder wir steigen in den Digitaldruck ein.

Gott sei Dank, aus heutiger Sicht, entschieden wir uns für den Digitaldruck und gegen den Service für Druckplattenbelichtung.

Und so starteten wir 1997 mit der Druckproduktion ganz ohne Film und Druckplatte. Zu einem sehr frühen Zeitpunkt, wie wir später noch feststellen würden.

Damals existierten nur zwei Anbieter von geeigneten Digitaldruckmaschinen. Nach sorgfältiger Prüfung aller Details entschieden wir uns für ein Rollen-Drucksystem der Firma Agfa. Eine Entscheidung, die noch weitreichende Folgen haben sollte.

Trotz, aus heutiger Sicht, unzureichender Produktivität und Qualität, lief es erstaunlich gut an. Kein wirklich großes Wunder, waren wir in dieser Zeit doch praktisch ohne Wettbewerber unterwegs. Das Leben war schön.

Der nächste Meilenstein folgte 2001. Mit der damals brandneuen Druckmaschine Nexpress (ein Joint Venture von Heidelberger Druckmaschinen und Kodak) stießen wir schnell in neue Sphären der Qualität und Produktivität vor. Erst jetzt bemerkten wir, welche gravierenden Nachteile das von uns genutzte Rollensystem uns all die Jahre gebracht hatte. Aber es war müßig darüber zu klagen: Zum Zeitpunkt des Kaufs war es alternativlos.

Unsere Kunden liebten die Performance, die Qualität und die Materialvielfalt, die wir mit dem neuen Drucksystem bieten konnten. So wuchs unser Geschäft weiter und wir bauten das Angebot sukzessive weiter aus.

Im Herbst 2006 war es dann soweit. Unsere Räumlichkeiten platzten aus allen Nähten und wir zogen ins Erdgeschoss des schicken JADE-Hauses. Die ehemalige Heimat der Jade Kosmetik ist noch heute unsere Adresse im Frankfurter Ostend.

Der nervenaufreibende Umzug war bald überstanden und wir erfreuten uns an 1000 qm Platz, perfekter Aufteilung und einer eleganten Optik mit viel Glas und Licht. Eher Atelier als Produktionsräume. Die noch freien Flächen nutzten wir schnell, um unseren Kunden weitere Möglichkeiten der Printproduktion zu eröffnen. Schon damals nach dem Motto: Alles unter einem Dach.

Der Online-Shop, bereits 2001 gestartet, generierte immer mehr Umsatz und wir belieferten Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im Jahr 2008, wohl auch im Sog der Finanzkrise, zogen erste dunkle Wolken über unserer schönen Druckerei auf. Es lief nicht mehr rund. Etliche Kunden meldeten Insolvenz an, weitere reduzierten deren Aufträge.

Hinzu kam, dass uns die damals bereits zahlreich vertretenen Online-Druckereien mehr und mehr Konkurrenz machten. Konzentrierten sich diese bisher auf den Druck von Sammelformen im Offsetdruck, integrierten mehr und mehr dieser Spezialisten auch den Digitaldruck in ihr Angebot. Und dies zu Konditionen, die nur in diesem speziellen Geschäftsmodell möglich waren.

Wieder einmal standen wir vor der Entscheidung wie wir unsere Zukunft gestalten sollten. Es folgten Monate der quälenden Unsicherheit. Wir recherchierten x verschiedene Optionen, sprachen mit allen erdenklichen Marktteilnehmern und besuchten Messen und Hersteller im Dutzend. Aber: Eine Lösung war nicht in Sicht.

Irgendwann, wir waren schon recht frustriert und auch etwas ratlos, half uns eine Kuriosität. Und das kam so:

Schon seit einigen Jahren produzierten wir auf einer Plattendruckmaschine großformatige Drucke und Displays für Messen und Events. So weit, so gut und bis dahin nichts Besonderes. Besonders an diesem Drucksystem war die unglaublich hohe Auflösung, die die Spezial-Druckköpfe generierten. Damals absolut ungewöhnlich und einmalig. Dazu kam die Möglichkeit, ein deckendes Weiß zu drucken, das sogar einen tastbaren Reliefeffekt erzeugte.

Eines Tages (es war an einem schönen Spätsommertag) schrieb uns einer unserer Stammkunden an. Er wollte unbedingt Visitenkarten auf dunklem Holzfurnier. Gedruckt in weiß. Eigentlich eine Aufgabe für einen Siebdrucker. Während Geschäftsführer Ralph Hadem die Mail las, zuckte ihm ein Gedanke durch den Kopf: „Warum sollten wir das nicht auf unserer Plattendruckmaschine machen?“. Die war zwar eigentlich für XXL-Formate und nicht für winzige Visitenkarten gedacht ... Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Gesagt, getan. Wir besorgten uns einige Bogen 400g starkes Holzfurnier der Sorte Nussbaum und positionierten einen Bogen in das Drucksystem. Die Vakuum-Pumpe sprang an und fixierte das Furnier unverrückbar auf dem Drucktisch. Gebannt starrten wir auf den Druckbogen. Ganz langsam formte sich das Bild der Schrift und des Logos auf dem dunkelbraunen Holz bis sich das finale Ergebnis abzeichnete. Und das war, freundlich gesagt, eine Sensation!

Unglaublich präzise, fein aufgelöst und auch noch reliefartig fühlbar –- das Ergebnis war ein Traum. Unser Kunde war „von den Socken“: „„WOW! So was habe ich ja noch nie gesehen. Irre! Wie machen Sie das?““ waren seine Worte.

Und wir hatten richtig Blut geleckt. Anscheinend, so nahmen wir an, gab es neben den Billigproduktionen der Online-Druckereien einen Markt für hochwertige und besondere Druckprodukte. Diese kühne Vermutung bestätigte sich in den folgenden Monaten und Jahren immer mehr.

Tausende von Produktionen mit teilweise spektakulären Printprodukten abseits des Mainstreams, ein Ideenblog mit nahezu 1.500 Ideen, Tipps und Inspirationen und unser mehr als 300 Seiten starker Ideenkatalog entstanden in den nächsten Jahren.

Wir investierten in weitere Maschinen und Knowhow um uns auf diesem Weg weiter zu spezialisieren. Aktuelles Highlight in unserer Produktion sind Paul & Paula, zwei massive, digitale Produktionssysteme für Heißfolienveredlung, Prägungen und Stanzungen.

Auch heute, im Jahr 2018 wissen wir nicht, wie sich die Branche entwickeln wird. Was wir aber wissen, ist, dass wir immer am Puls der Zeit sein werden. Und für unsere Kunden ein zuverlässiger Partner bei innovativen Lösungen und Trends - immer wenn es um besondere Druckprodukte geht.